Finanzielle Not durch schwere Krankheit: Birgit braucht Hilfe

von Rita Hidde

Waren. Darmkrebs. An den Tag, als sie die Diagnose erhielt, kann sich Birgit K. (*) sehr gut erinnern. „Es war ein Schock, als ich es von den Ärzten hörte. Ich konnte es einfach nicht fassen“, sagt die 51-jährige Frau. Das ist inzwischen drei Jahre her. Nur kurze Zeit nach der Diagnose wurde die gelernte Hotelfachfrau operiert. Ein Darmverschluss erforderte einen zweiten Eingriff. Chemotherapien folgten. „Das war alles sehr belastend“, erzählt sie. „Aber ich dachte danach, ich habe es geschafft, alles wird gut.“

Eine Nachuntersuchung brachte für die lebenstüchtige, attraktive Frau jedoch die nächste schlechte Nachricht. Der Krebs hatte nicht nur den Darm, sondern auch Lunge und Leber befallen. „Ich habe gedacht, ich bin übermorgen tot“, sagt sie. Wieder wurde sie operiert, wieder musste sie sich Chemotherapien unterziehen. Und der Krebs ist noch nicht besiegt. Die Krankheit bestimmt derzeit das Leben der 51-Jährigen und ihrer Familie, zu der neben ihrem Ehemann auch der 14-jährige Sohn gehört. „Für den Jungen ist es schon schwer genug, das alles zu verkraften“, sagt Birgit K. Er müsse auf so vieles verzichten. „Früher sind wir zum Beispiel gern mal alle zusammen in einen Freizeitpark gefahren. Aber daran ist jetzt gar nicht zu denken.“ Denn die Krankheit belastet nicht nur die Familie, sie verursacht auch viele zusätzliche Kosten, wie etwa für eine aufwendige Ernährung oder auch den Kauf von ärztlich angeratenen Stärkungs- und Pflegemitteln, die aber von der Krankenkasse nicht finanziert werden. „Von der Chemotherapie sind die Schleimhäute stark angegriffen. Mit Pflegeöl für die Nase und Mundspülungen kann man das lindern“, erklärt Birgit K. Doch diese Mittel muss sie selbst bezahlen.

Auch beim Lebensmittelkauf könnten sie nicht einfach nach dem Billigsten greifen, verdeutlicht Ehemann Manfred: „Wir müssen genau auf die Inhaltsstoffe achten, weil meine Frau gar nicht mehr alles verträgt.“ Dabei muss die Familie ohnehin schon gut haushalten. Birgit K. bekommt seit zwei Jahren Erwerbsunfähigkeitsrente, die den Grundsicherungssatz kaum überschreitet. Ihr Mann erhält Arbeitslosengeld II. Gesundheitliche Probleme mit Rücken und Hüfte zwangen ihn, seine Arbeit auf dem Bau aufzugeben. Eine Umschulung brachte nicht den erhofften Erfolg, einen neuen Job fand der 55-Jährige nicht. So muss die Familie gut rechnen, um alle Ausgaben bestreiten zu können. Aufgeben kommt für sie nicht infrage. „In so einer prekären gesundheitlichen Situation greift man nach jedem Strohhalm“, sagt Birgit K.

Um alle Therapieoptionen auszuschöpfen, versucht sie deshalb auch, komplementärmedizinische, also alternative Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Die werden oft jedoch nicht oder nur teilweise von den Krankenkassen bezahlt. „Wir haben keine Ersparnisse mehr. Deshalb kann ich vieles nicht nutzen. Und wenn ich es tue, müssen wir vorher eisern sparen“, sagt sie. Sie hätte sich dafür sogar schon einmal Geld geborgt.

Eine für sie sehr hoffnungsvolle Therapie habe sie nun in Sachsen gefunden. Die Krankenkasse bezahlt zwar die Behandlungen, aber nicht die Reise dorthin. Da die lange Fahrt für Birgit K. zu strapaziös ist und sie diese nicht ohne ihren Mann antreten kann, entstehen zusätzliche Kosten. „Das können wir uns jetzt einfach nicht mehr leisten“, erklärt sie. Dabei habe ihr die erste Anwendung sehr gut getan. 

* Name von der Redaktion geändert