Schimmel lastet auf den alten Möbeln

Neubrandenburg. Wenn Sven T.* von seinem Job in einem Callcenter redet, leuchten seine Augen. Ihm gefällt die Arbeit mit den Kunden. Dabei kommt er eigentlich aus einer ganz anderen Branche. Maurer hatte er einst gelernt. Auch als Dachdecker und Zimmermann auf dem Bau gearbeitet. Als er gesundheitliche Probleme bekam, schulte er zum Bürokaufmann um. Lange Zeit allerdings fand er keinen Job. Nicht zuletzt deshalb, weil er seit fünf Jahren alleinerziehend ist.

Nach der Scheidung blieb Tochter Lisa bei ihm. Das Mädchen ist inzwischen elf Jahre alt. Im Laufe der Zeit wurden Vater und Tochter ein eingespieltes Team. Seit acht Monaten nun sind sie zu dritt. Denn auch der sechsjährige Nick lebt jetzt bei seinem Vater. Die Ex-Frau von Sven T. war mit der Erziehung überfordert. „Sie hat sich nicht so gut verhalten“, beschreibt der 41-Jährige sehr vorsichtig den Grund, warum er das Sorgerecht für den Jungen hat. Die Folge: Die Zweizimmerwohnung ist nun zu klein.

Ein Umzug in ein neues Heim tut tut den Dreien aus deshalb gut, weil die alte Wohnung stark von Schimmel befallen ist. Abgesehen von den gesundheitschädigenden Wirkungen hat der Schimmel auch die Möbel angegriffen, sodass unbedingt neue angeschafft werden müssen. Das umso mehr, da das alte Mobiliar ohnehin aus zweiter Hand kam. Eine neue Wohnung ist mittlerweile gefunden. Doch notwendige Möbel, besonders für Kinderzimmer und Küche fehlen. Alles aus eigener Kraft anzuschaffen, ist für Sven T. schwer. Lange war er arbeitslos, konnte nichts ansparen. Auch jetzt ist sein Verdienst so gering, dass die Arbeitsagentur aufstocken muss bis zum Hartz-IV-Satz. Zu Hause bleiben, kommt für Sven T. aber nicht infrage. „Ich will mich nicht auf Staatskosten ausruhen“, erklärt er. Das wolle er auch seinen Kindern vorleben. * Namen geändert