Ein Mann mit Herz für Zahlen und klassische Musik

von Frank Wilhelm

Wie viele andere freut sich Peter Modemann schon jetzt auf das Benefizkonzert zum 25-jährigen Bestehen des Nordkurier-Leserhilfswerks. Als Herr über die Finanzen wacht er darüber, dass die zahllosen Spenden jenen zugute kommen, für die sie gedacht sind: unverschuldet in Not geratenen Mitmenschen. Auch das Konzert soll einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Peter Modemann
Peter Modemann, der Kassenwart des Leserhilfswerks, wirbt für das Benefizkonzert zum Jubiläum. Foto: Frank Wilhelm

Keine Beanstandungen – so auch das jüngste Urteil von Peter Modemann, als es um die Geldströme beim Leserhilfswerk ging. Angesichts der schon seit Jahren vorhandenen Spendenbereitschaft auf der einen und der Weitergabe an in Not geratene Mitmenschen andererseits sei es schon wichtig, dass alles korrekt verbucht werde. Zumal es insgesamt gesehen um hohe Summen geht. „Das läuft sehr gut“, lautet sein Urteil.

Seit sechs Jahren ist Modemann als Mitglied im Leserhilfswerk ehrenamtlich tätig. Er habe damals nicht lange gezögert, als er gefragt wurde, mitzuhelfen. Im Berufsleben ist der 57-Jährige Vize-Oberbürgermeister Neubrandenburgs. Da bekommt er natürlich auch mit, wo sich Löcher im ansonsten gut gestrickten sozialen Netz auftun. Probleme, bei denen das Leserhilfswerk einspringen kann.

Gerade, wenn es schnell gehen müsse mit der Hilfe, würden sich öffentliche Institutionen häufig schwer tun, sagt Modemann. „Bei plötzlich auftretenden Katastrophen wie Bränden beispielsweise.“ Zwar gebe es für die Opfer Anlaufstellen. „Doch oft reagieren Verwaltungen dann zu langsam. Wege und Wartezeiten werden zu lang für die Opfer, die auf eine schnelle Unterstützung hoffen.“ Hier könne das Leserhilfswerk einspringen, was auch schon oft unter Beweis gestellt worden sei.

Ticket-Sponsoren sind herzlich willkommen

Zusammen mit Torsten Fritz vom Landratsamt Mecklenburgische Seenplatte ist er verantwortlich für die Prüfung der korrekten Verwendung der Spenden. Die beiden könnten nicht alle Fälle prüfen. Stichprobenartig werde die Mittelverteilung aber etwa in jedem zehnten Fall kontrolliert, sagt Modemann. In diesem Zusammenhang würde er auch immer etwas über Situation und Problematik des jeweiligen Hilfeempfängers erfahren. Zusammen mit Torsten Fritz könne er Anregungen zu einer regional gerechten Verteilung der Spendengelder geben.

Das Gute am Leserhilfswerk sei, dass die Spenden direkt an die betroffenen Menschen oder aber an Einrichtungen gehen, die anderen Menschen helfen. So seien Mittel zur Finanzierung neuer Fahrzeuge an die örtlichen Tafeln ausgegeben worden. Sehr wirkungsvoll findet Modemann auch die Anschaffung von Bücherkisten für verschiedene Stadtteile in Neubrandenburg. Anlass war der Bericht einer Ärztin, wonach die Schuleingangsuntersuchungen zeigten, dass die Sprachkompetenz bei den Abc-Schützen von Jahr zu Jahr abnehme. Das Leserhilfswerk kooperiere bei dem Thema mit Vereinen, die mit den Kindern arbeiten würden.

Peter Modemann ist nicht nur Vize-Oberbürgermeister und Kassenprüfer beim Hilfswerk, er ist auch ein Freund der klassischen Musik und Stammgast bei den Konzerten der Neubrandenburger Philharmonie. Auch deshalb wirbt er für das Benefizkonzert, mit dem am 20. November das 25-jährige Bestehen des Leserhilfswerks gewürdigt werden soll. Abgesehen vom attraktiven Programm und dem privaten Konzertbesuch für Jedermann sei es eine schöne Idee, Unternehmen der Region anzubieten, Kartenkontingente zu erwerben – entweder für Menschen, die sich selbst kein Klassik-Konzert leisten könnten – ganz im Sinne des Leserhilfswerkes – oder aber für die eigenen Mitarbeiter, sagt Modemann. „Solch ein Konzertbesuch kann auch eine teambildende Maßnahme sein.“